Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht



Werkstattgespräch mit Beraterinnen und Beratern am 13. September in Köln
 

Das Werkstattgespräch war eine gemeinsame Veranstaltung von „ besser: Zukunft! “ und dem Projekt „KMU Innostrat“ der G.I.B. NRW (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung). Der Schwerpunkt lag auf Beratung in Klein- und Mittelunternehmen. Petra Beil stellte für die IG Metall Bezirksleitung NRW gemeinsam mit Viktor Steinberger von der TBS NRW den Beratungsansatz vor, der im Projekt besser: Zukunft! entwickelt worden ist. Anschließend präsentierte Ralf Löckener von SUSTAIN CONSULT einen Fall aus seiner Beratungspraxis, durch den der Ansatz illustriert wurde.

Mit dem Ansatz werden

  • die Selbsthilfefähigkeiten der Betriebsräte gestärkt (z.B. Kollegiale Beratung),
  • betroffene Beschäftigte beteiligt und Lösungskompetenzen vor Ort gefördert, 
  • Erfolge für die Beschäftigten nachvollziehbar gesichert, 
  • Konzepte in Abstimmung mit den Beschäftigten entwickelt und umgesetzt, 
  • „besser-statt-billiger“ – Anforderungen für Zukunftskonzepte entwickelt.

Weitere Elemente eines guten Standards von „besser-(statt-billiger)-Beratung“ wurden im Werkstattgespräch diskutiert wie:

  • die Anbahnung arbeitnehmer/innenorientierter Beratung auch über die IG Metall 
  • Qualitätssicherungsverfahren für arbeitnehmer/innenorientierte Beratung, 
  • die Abstimmung der konzeptionellen Arbeiten – besonders bei tariflichen und betriebspolitischen Fragen – mit Stellen und Verwaltungsstellen der IG Metall 
  • passende Kommunikations- und Beteiligungskonzepte, 
  • Partizipation der Beschäftigten - im Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes über den Betriebsrat, wie generell im Rahmen einer passenden Prozess- und Projektorganisation 
  • Partizipation heißt Beteiligung an Entscheidungen, nicht „Einbindung“, bei der die Beschäftigung in Mithaftung für von Anderen getroffene Entscheidungen genommen werden, 
  • die Kombination von Fach- und Umsetzungsberatung mit Ausrichtung auf nachhaltige Standort- und Arbeitsplatzsicherung.

Weitere Aspekte: In KMU finden sich auch betriebsratslose Betriebe. Diskussion war, dass es dort auch die Sache der Unternehmensberatung sei, Beteiligung herbei zu führen. Darüber hinaus wurde die Problematik einer Beratung beider Betriebsparteien erörtert. Das gelingt evtl. dort, wo die Interessen zusammenkommen, z.B. bei der langfristigen Unternehmensentwicklung und Innovationsvorhaben, die Beschäftigung sichern. Es scheitert eher, wo kurzfristige Strategien und finanzielle Ziele im Spiel sind.

Die Diskussion zeigte, dass Unternehmensberatung – auch wenn sie sich nicht als „arbeitnehmerorientierte Beratung“ definiert - auch in KMU auf Beteiligung der Beschäftigten setzen muss, um erfolgreiche Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Die teilnehmenden KMU Beratungen betonten den Wert von Kommunikation mit und Einbeziehung der Beschäftigten, soweit ihr Auftrag dies erlaubt.

Die Präsentation zum Beratungsansatz findet sich hier.

 

Download: Präsentation Beratertagung GIB.

 



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 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

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"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
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