"Ohne uns wird es dunkel!"



Branchentreffen der Betriebsräte der Lampen- und Leuchtenindustrie vom 26.-29.09.2010 in Limburg
 

Seid 2005 treffen sich die Betriebsräte der deutschen Leuchtenindustrie mindestens einmal jährlich um Zukunftstrends der Branche zu diskutieren und ihr jeweiliges betriebliches Handeln besser miteinander zu koordinieren. Seit 2008 sind auch die Lampenhersteller zu diesem Kreis hinzugestoßen, was die fachliche Diskussion deutlich weiter bereicherte. Zudem gibt es den Trend des Zusammenwachsens auf technologischer und Konzernebene, so dass die gemeinsamen Treffen eine logische Folge hieraus waren.

Neben tarifpolitischen Themen stand vor allem der Wandel auf die LED- und OLED- (organische LED) Technologien bei den Diskussionen im Fokus. Zwei Mal fanden die Treffen am Rande der Fachmesse „Light & Building“ in Frankfurt statt, so dass sich alle Betriebsräte ein aktuelles Bild von künftigen Marktbedingungen für ihren Standort machen konnten. Auf der Herbsttagung 2010 in Limburg lag der thematische Schwerpunkt auf einer Abschätzung der Folgen der EU-Regelungen rund um energiesparende Lichtquellen sowie dem technologischen Veränderungsdruck durch LED und OLED und den damit verbundenen zu erwartenden Folgen für die deutschen Standorte der Lampen- und Leuchtenindustrie.

Durch die extrem hohe Dynamik der angesprochenen technischen Entwicklung erwies es sich als ausgesprochen schwierig, auch nur ansatzweise realistische Voraussagen über den zeitlichen Verlauf der nächsten Jahre zu treffen. Die Quintessenz aus dieser Diskussion war jedoch, dass sämtliche deutschen Standorte der Lampenindustrie gefährdet sind für den Fall, dass sich die OLED-Technologie auf breiter Front durchsetzt. Beleuchtung wird dann integraler Bestandteil der Gebäude bzw. der Einrichtung, eine zusätzliche Lampenproduktion wird nicht benötigt. In der Leuchtenindustrie geht die Einschätzung der Betriebsräte dahin, dass im Falle einer breiten LED-Einführung zwischen 10-20% der Arbeitsplätze, im Falle einer OLED-Einführung ebenso wie bei der Lampenindustrie sämtliche deutschen Standorte gefährdet sind. In Verbindung mit dieser Drohkulisse für viele deutsche Arbeitsplätze stellte sich in der Diskussion die Frage, wieso das Bundesforschungsministerium Fördergelder zur Entwicklung dieser Zukunftstechnologien zahlt, wenn es andererseits mehr als unwahrscheinlich ist, dass auf diesem Wege Arbeitsplätze in Deutschland in nennenswertem Umfang gesichert oder neu geschaffen werden. Wie geht es weiter?

Im Frühling 2011, vom 20.-24.März wird die nächste Tagung am Sorpesee in der Nähe von Arnsberg in Nordrhein Westfalen stattfinden. Thema wird eine geplante Studie sein, die die genauen Folgen der LED/OLED Technologien für die deutsche Lampen- und Leuchtenindustrie, wie auch der damit verbundenen Zulieferer- und Dienstleisterbetriebe untersucht und versucht zu beziffern. Im Rahmen dieser Tagung wird das Werk des mittelständischen Leuchtenherstellers Trilux besucht und eine Pressekonferenz veranstaltet mit dem Ziel, die angesprochenen Problemstellungen einer breiteren Öffentlichkeit, dem Fachverband und der Politik bewusster zu machen.

Achim Gehrke

achim.gehrke@igmetall.de

0211-45484-152

0172-7224313

 
 



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"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

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Andreas Wendland, Flender AG

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Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


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