"Wir wollen etwas für die tun, die keine Arbeit haben!"



Betriebsrat der Wilh. Danielmeyer GmbH & Co KG aus Löhne
 

Der Betriebsrat der Wilh. Danielmeyer GmbH & Co KG aus Löhne engagiert sich nicht nur für die eigene Belegschaft, sondern hat auch die unternehmerische Verantwortung im Blick, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen bzw. zu sichern.

Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wurde eine Rahmenbetriebsvereinbarung abgeschlossen, in der Maßnahmen zur Bewältigung von Auftragsspitzen fixiert werden. Der Einsatz von Leiharbeitnehmer/innen spielt dabei eine ganz besondere Rolle.

Wolfgang Zander, seit 17 Jahren Betriebsratsvorsitzender, hat erkannt, dass der Unternehmenswandel von der Leisten- zur Arbeitsplattenfertigung – und damit die Erschließung neuer und zukunftsorientierter Märkte und Kunden – nur gelingen kann, wenn kurzfristig weitere Arbeitskräfte mobilisiert werden können. Im Sommer 2005 gab der Betriebsrat daher seine Zustimmung, zum Einsatz von Leiharbeitnehmer/innen bei der Wilh. Danielmeyer GmbH & Co KG – allerdings nur zur Abfederung von Auftragsspitzen.

Um die Stammbelegschaft auch dabei nicht zu gefährden, wurden arbeitgeberseitig betriebsbedingte Kündigungen per Vertrag bis Ende 2008 an die Zustimmung des Betriebsrats gebunden und damit faktisch ausgeschlossen. Gleichzeitig wurde die Anzahl der unbefristet Beschäftigten um fünf Personen aufgestockt. Ferner wird in der mit der Geschäftsführung ausgehandelten Rahmenvereinbarung geregelt, dass für jeden zusätzlich eingestellten Leiharbeitnehmer ein bereits bei Danielmeyer beschäftigter Leiharbeitnehmer einen befristeten Arbeitsvertrag von mindestens sechs Monaten bekommt.

Trotz berechtigter Vorbehalte, verhält sich die Stammbelegschaft gegenüber den Leiharbeitnehmer/innen solidarisch: damit diese für ihren Einsatz bei Danielmeyer eine angemessene Vergütung erhalten, haben die festangestellten Facharbeiter über einen gewissen Zeitraum auf einen Lohnzuschlag verzichtet. Nicht zuletzt durch dieses Engagement des Betriebsrats gelingt es die Leiharbeitnehmer/innen auch von der IG Metall zu überzeugen – fast alle Leiharbeitnehmer/innen bei der Wilh. Danielmeyer GmbH & Co KG sind mittlerweile Mitglied.

Auch im Jahr 2007 gilt Leiharbeit im Unternehmen Danielmeyer weiterhin als Instrument, um Auftragsspitzen abzufedern. Es ist darüber hinaus aber auch zu einem Instrument geworden, den Qualitätsansprüchen der Kunden gerecht zu werden: egal ob der  Krankenstand einmal kurzfristig erhöht ist oder allgemeine Urlaubszeit herrscht – die Aufträge werden ganz zeitnah bearbeitet. Das zahlt sich aus: in den letzten zwei Jahren konnte sich das Unternehmen über Umsatzsteigerungen von 20-30 % freuen und ca. 20 Leiharbeitnehmer/innen konnten übernommen werden.

 

 

 
 



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"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


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