Dialogveranstaltung "Strukturwandel Bergbautechnik - Zukunft von Unternehmen und Arbeitsplätzen



 
Zwischen Hoffen und Bangen 
Fazit der Veranstaltung am 9.11.2005 im Historischen Kurhaus in Hamm Situation der Branche
Im März 1998 fand die letzte Veranstaltung der IG Metall in Nordrhein-Westfalen zum Thema Bergbautechnik statt. Die Diskussion seinerzeit war dominiert vom Schrumpfungsprozess in der Branche. Vorträge und Diskussionsbeiträge drehten sich um aktuelle Abbau- und Schließungsprozesse.
 
Die berrschende Stimmung seinerzeit ließ keinen Raum für die  Frage nach möglichen positiven Zukunftsperspektiven. Neuere politische Entwicklungen lassen die Blick nach langer Zeit mal wieder auf die Branche Bergbautechnik schwenken. Im Vorfeld der Dialogveranstaltung holen wir uns Stimmungsbilder aus der Branche: Im Rahmen von Gesprächen mit Betriebsräten, durch eine Fragebogenaktion und einer Recherche zu den aktuellen ökonomischen Bedingungen der Bergbautechnik. Die Richtung gemeinsamer Anstrengungen geben dann die Diskussionen während eines Vertiefungsworkshops am 20.10.2005 mit einigen Betriebsräten vor: Die Branche ist besser als ihr Ruf. Daran muß gearbeitet werden.
 
Sieben Jahre nach der letzten Konferenz ist die Situation also einerseits von einer derzeit durchaus guten wirtschaftlichen Entwicklung und andererseits von aufgrund neuerer Aussagen aus der Politik zwiespältigen Empfindungen seitens der handelnden betrieblichen Akteure geprägt: zwischen Hoffen und Bangen eben.
 
Die betrieblichen Beispiele 
Der Verlauf der Dialogveranstaltung vom 9.11.2005 war in eindrücklicher Weise Ausdruck dieser Stimmungslage: Am Vormittag werden die derzeit guten Exporterfolge und Zukunftsaussichten in anderen Marktfeldern thematisiert. Drei Betriebsräte berichten aus ihrer jeweiligen betrieblichen Praxis und es wird deutlich, dass diese nichts mit dem angestaubten Image der Branche zu tun hat. Und es zeigt sich, dass Betriebräte mit eigenen Initiativen einen unerlässlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Betriebes leisten: sie stoßen betriebliche Ausbildung an, begleiten betriebliche Verbesserungsprozesse und initiieren die Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten, ohne die die Betriebe wirtschaftlich schlechter da stünden.
 
Die Diskussion 
Am Nachmittag dominiert in der kontroversen Diskussionsrunde die Sorge um den Verlust des Stammarktes Bergbau in Deutschland und damit die Sorge um die Arbeitsplätze. Die Forderung nach einem verlässlichen Planungshorizont auf Basis eines dauerhaften heimischen Bergbaus (Sockelbergbau) steht auch einer im Vorfeld von Betriebsräten entwickelten „Hammer Erklärung“ voran.
 
Am Ende des Tages haben die Betriebsräte damit ganz bewußt ein Zeichen für die bessere Zukunft setzen wollen. Die Betriebräte appellieren darin an die Geschäftsleitungen ihrer Betriebe, keine Chancen im Export und auf der Suche nach neuen Märkten ungenutzt zu lassen.
 
Die Diskussionen hatten allerdings gezeigt, dass nicht alle Geschäftsleitungen, Betriebräte und Belegschaften aus eigener Kraft und unmittelbar in der Lage sind, diese Chancen zu erkennen und in Maßnahmen umzusetzen.
 
Dies sind Ansatzpunkte für die IG Metall, um tätig zu werden. Sie will mit ihren Aktivitäten den anstehenden Weg ein Stück einfacher machen, in dem wir ökonomische Einschätzungen einbringen sowie überbetriebliche Diskussionen und Aktivitäten im Hinblick auf die Fragen Image, Export und Diversifizierung mit Verbänden und Politik anstoßen.
 
 
Kontakt:

Inger Korflür
Sustain | Consult GmbH
Tel.: 0231 – 981285 16




 

Download: Dokumentation 9.11.2005 Verschickung

 



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"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

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Werner Scherer, Deutz AG in Köln

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