?Wir wollten nicht auf die Krise warten - wir wollten etwas unternehmen?



...sagte der Betriebsrat vom Bochumer Bergbautechnikunternehmen und handelte.
 

Edles Material – im Bergbau und anderswo

Die Bochumer Eisenhütte machte schon immer in Veredelung. Stahlbögen, mit denen Hohlräume abgesichert werden, bekamen vor ihrem Einsatz unter Tage die nötige Behandlung. Da lag der Gedanke nahe: Wenn wir Metall für den Bergbau veredeln, warum dann nicht auch für andere Branchen? Schließlich war allen Beteiligten klar: Das Zechengeschäft wird zurückgehen. „Wir wollten nicht auf die Krise warten“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Benno Bargmann.

Die Erfahrung war vorhanden, dann begann die Suche nach neuen Märkten und Kunden. Der Betriebsrat legt dabei Wert darauf, dass das Unternehmen auch Einflüsse von außen zulässt. So ergriffen die Arbeitnehmervertreter die Initiative und holten Helfer aus der Wissenschaft mit ins Boot. Fachleute der Technologieberatungsstelle (TBS) des DGB und die Uni Bochum machten sich mittels einer aufwändigen Internet-Recherche auf die Suche nach neuen Kunden für das Unternehmen. 

Die Suche hatte Erfolg: Derzeit liegt der Anteil der Kunden aus dem Bergbau bei unter 50 Prozent. „Und wir arbeiten daran, diese Anteil weiter nach unten zu drücken“, erläutert Bargmann.

Betriebsrat und Geschäftsführung an einem Tisch

Heute veredelt die Bochumer Eisenhütte Metalle auch für andere Einsatzgebiete. Zum Beispiel Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge oder Rohre für Bohrungen in der Ölindustrie. „Wir wollen diesen Weg konsequent weitergehen und neue Kunden gewinnen“, erläutert Bargmann. „Wir brauchen einen Produktmix, den wir ständig erweitern und erneuern.“ Derzeit modernisiert das Unternehmen wieder, es stehen Investitionen an. Bargmann: „Da passiert einiges, und das ist gut für uns.“

Der Betriebsrat übernimmt bei der Neuausrichtung weiterhin eine aktive Rolle. „Wir mischen uns in die Diskussion ein“, sagt Bargmann. „Dass das Unternehmen in neue Bereiche vorstößt, haben wir immer unterstützt.“ So sitzen Betriebsrat und Geschäftsführung in einem eigenen „Arbeitskreis Neue Produkte“ regelmäßig an einem Tisch. Dort beraten sie gemeinsam, wie das Unternehmen in neue Märkte vorstoßen kann.

„Bei uns hat keiner Angst um seinen Arbeitsplatz“

Betriebsratsvorsitzender Bargmann jedenfalls ist zufrieden: „Bei uns muss sich keiner Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen“, sagt er, „im Gegenteil: Das Geschäft brummt.“

Unternehmen: Bochumer Eisenhütte Heintzmann Gmbh & Co.KG

Standort: Bochum

Beschäftigte: ca. 230



 

Kontakt zum Betriebsrat über:

Inger Korflür

Sustain | Consult GmbH

Tel.: 0231 – 981285 16


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"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

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