Befragung von Betriebsräten Leuchtenhersteller



 

Auch wenn die Zahl der zurückgesandten Fragebögen klein erscheinen mag, so bilden die anonymisierten Ergebnisse doch gut zwei Drittel der deutschen Leuchtenindustrie ab.

Interessante Ergebnisse gab es an mehreren Schwerpunkten: Das Fraunhofer Institut ISI aus Karlsruhe und das WZL der RHTW Aachen haben in mehreren Studien festgestellt, das Outsourcingprojekte vor allem nicht erfolgreich verlaufen, wenn die Verlagerung vorwiegend mit  Kostenvorteilen begründet wurde. In diesen Fällen werden häufig die Probleme eines Produktionsanlaufes und somit auch die Kosten unterschätzt. Genau diese Kostengründe bewogen aber die meisten Unternehmen, Produktionsbereiche auszulagern, was in fünf von sechs Fällen Probleme zur Folge hatte - in vier von fünf Fällen bei der Produktqualität. Die Gefahr, sich den „guten Namen“ beim Kunden zu beschädigen ist hier also hausgemacht - der Mehrwert für das Unternehmen durch Kostenvorteile muss angezweifelt werden.

Die Fragen bezüglich des Qualifikationsstandes der Belegschaft wurden widersprüchlich beantwortet. So berichtet die Mehrzahl der befragten Betriebsräte einerseits, dass die Qualifikationen der Belegschaft für die sich verändernden Anforderungen der Zukunft ausreichend sein werden, auf der anderen Seite wurden noch so gut wie nie Qualifizierungsbedarfsanalysen durchgeführt. Das heißt nichts anderes, als das es keine systematischen Kenntnisse über die derzeitigen und künftig benötigten Kenntnisse der Belegschaft gibt. Zudem ist geradezu alarmierend, wie wenig der Betriebsrat als Vertreter der Beschäftigten in diesem Bereich beteiligt wird.

Weitere Widersprüche gibt es im Bereich Unternehmensstrategie. Einerseits setzen die Unternehmen auf Kundenzufriedenheit, hohe Produktqualität und -innovationen andererseits sind die Betriebsräte mit der Qualität von KVP-Prozessen und betrieblichem Vorschlagswesen, die beide als wirksame Werkzeuge zur breitangelegten Verbesserung im Unternehmen gelten können, durchweg unzufrieden. Dazu kommt noch eine meist schlechte Unternehmenskultur und die Wahrnehmung der Betriebsräte, dass die Geschäftsleitungen vor allem Personalkosten einsparen wollen. Das schlecht motivierte Beschäftigte nicht für eine optimale Innovationskraft und eine hohe Produktqualität stehen ist wohl nicht wegzudiskutieren.

Die Präsentation steht weiter unten zum Download bereit.


Achim Gehrke

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 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


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