Zukunftssicherung durch ein neues Produktionssystem



Betriebsrat initiiert betrieblichen Verbesserungsprozess
 
Ausgangslage
1998 wurde für die Deutz AG ein auf drei Jahre befristeter Sanierungstarifvertrag abgeschlossen. So sollten durch Lohn- und Gehaltsverzicht langfristig die Arbeitsplätze am Standort Köln gesichert werden. Nachdem sich im Jahr 2000 die Lage noch nicht wesentlich verbessert hatte, forderte die Geschäftsleitung eine erneute Tarifabweichung. Betriebsrat und IG Metall lehnten dies ab, weil kein Sanierungsfall vorlag und die Geschäftsführung ausserdem  die verabredeten Verbesserungsprozesse vernachlässigt hatte.
 
Verbesserungsprozess
Der Betriebsrat entwickelte nun in Workshops eigenes Konzept, eine von der Belegschaft getragene Alternative . Gespräche mit allen betrieblichen Bereichen wurden in dieser Phase geführt, um eine belastbare Bestandsaufnahme des Unternehmens erstellen zu können. Die Presse wurde zur Durchsetzung der eigenen Vorschläge einbezogen.
 
Die Personalkosten waren nach Meinung des Betriebsrates nicht entscheidend für den Markterfolg. Notwendige Verbesserungsschwerpunkte lagen eher in den Bereichen Logistik, Produktionsabläufe, Einkauf, Vertrieb, Fehlerquote und einer projektbezogenen Entwicklung. 2003 wurde von der Geschäftsleitung das „Deutz Produktionssystem“ eingeführt, das vom Betriebsrat aktiv im Lenkungskreis begleitet wurde. Die Vorschläge des Betriebsrates fanden sich größtenteils in dem Konzept wieder. Als wichtigste Erfolgsfaktoren hatten sich die Beteiligung der Belegschaft, die Strategieentwicklung im Betriebsrats-Gremium, die betriebswirtschaftliche Berechnung der erwarteten Effekte und das Erfahrungswissen der Betriebsräte herausgestellt.
 
Ergebnisse
  • die Arbeitsplätze wurden gesichert
  • ein Outsourcing von Produktionskapazitäten wurde verhindert
  • die Arbeitszeit wurde  nicht verlängert
  • der Umsatz wurde gesteigert
  • neue Arbeitspätze wurden geschaffen
  • es wurde ein Insourcing von Fertigunsschritten erwirkt 
  • die Produktivität wurde verbessert  
  • die Kosten wurden gesenkt  
  • die Qualität wurde gesteigert  
  • die Rendite wurde verbessert  
  • die Arbeitszeit wurde flexibilisiert  
  • die Arbeitsorganisation wurde verbessert
Ausblick
Die wirtschaftliche Lage ist im Mai 2006 stabil. Der Betriebsrat befasst sich derzeit mit langfristig erforderlichen Änderungen in der mechanischen Fertigung, die notwendig werden, da sich in etwa vier Jahren Änderungen in der Abgasgesetzgebung ergeben. Der Betriebsrat hat den Eindruck, dass die Strategie der Geschäftsleitung darauf nicht ausreichend eingeht. Daneben wird das Thema „Gesundheitsförderung“ 6 eine große Rolle spielen.
 
Kontakt:

Achim Gehrke
Tel.: 0211 – 45484 152

 
 



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"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


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