Auch ohne Freistellung viel für die Ausbildung erreichen!



Bei der Robert Schröder GmbH & Co. KG liegt die Betriebsratsarbeit auf vielen Schultern
 

Ohne Freistellungen und trotz Drei-Schicht-Modell gelingt es dem Betriebsrat der Robert Schröder GmbH & Co. KG, effizient und erfolgreich zu arbeiten – dank geschickter Arbeitsteilung. Durch eine Vervierfachung der Zahl der Auszubildenden von drei auf zwölf in den letzten Jahren konnte eine Auszubildendenvertretung gewählt werden, die eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeitet. Gemeinsam konnten die Ausbildungsbedingungen verbessert werden.

 

Die Robert Schröder GmbH & Co. KG ist ein typisches Wuppertaler Unternehmen: in den Fabrikhallen mitten in einem Wohngebiet werden Drehteile für die Automobilzulieferindustrie sowie Handwerkzeuge (Bits und Schraubendreher) hergestellt. Mit 165 Mitarbeitern zählt der familiengeführte Betrieb zu jenen mittleren Unternehmen, bei denen es keine freigestellten Betriebsräte gibt.

 

„Nicht immer hat unsere Betriebsratsvorsitzende Zeit, zu Veranstaltungen zu gehen oder Termine mit der Geschäftsleitung wahrzunehmen. Ihr Stellvertreter“, erzählt Betriebsrätin Regina Schoger, „arbeitet sogar in einer Abteilung mit Drei-Schicht-Betrieb und muss sich folglich häufig vertreten lassen – zum Beispiel heute“. Um diese Arbeitsteilung auch gegenüber den Beschäftigten und der Geschäftsleitung zu demonstrieren, spricht bei Betriebsversammlungen nicht nur die Vorsitzende. Stattdessen übernimmt jedes Betriebsratsmitglied einen speziellen Arbeitsbereich – und ist für diesen Punkt dann auch an erster Stelle verantwortlich.

 

Wichtig ist in diesem Fall, dass alle Betriebsräte über die aktuell wichtigen Themen informiert sind – im Betrieb, aber auch darüber hinaus. Regina Schoger nutzt hierzu die Arbeitskreisangebote der IG Metall: „Letztes Jahr habe ich den Arbeitskreis Gewerkschaftliche Betriebspolitik besucht, im Jahr 2007 ist es der zum Arbeitsrecht.“ Diese Veranstaltungen finden vor Ort statt, in der Verwaltungsstelle Wuppertal; so bleibt der Aufwand für die Betriebsräte überschaubar.

 

Besonders stolz ist der Betrieb auf seine „Jugendarbeit“. Der Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt wurde nämlich auch bei der Robert Schröder GmbH & Co. KG zum Problem. Deshalb hat das Unternehmen die Zahl der Auszubildenden von drei vor nur wenigen Jahren auf aktuell 12 gesteigert. Ein Azubi wird im kaufmännischen Bereich ausgebildet, die übrigen in gewerblichen Berufen. Sie haben sehr gute Chancen, anschließend übernommen zu werden.

 

Dank der zusätzlichen Ausbildungsstellen konnte eine Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt werden. Der Betriebsrat nutzt diese zusätzliche Arbeitskapazität und bindet den Jugendvertreter und seinen Vize aktiv in die Betriebsratsarbeit ein. Die Auszubildendenvertreter nehmen beispielsweise stets an den wöchentlichen Betriebsrats­sitzungen teil: „So können uns die Azubis auf etwaige Defizite aufmerksam machen und wir können uns gemeinsam für ihre Belange einsetzen“, sagt Betriebsrätin Regina Schoger. Zum Beispiel wurde nun durch die Vermittlung des Betriebsrats jedem Azubi für die Prüfungen ein eigener Werkzeugkoffer zur Verfügung gestellt.

 

Aufgrund der auf vielen Schultern ruhenden Verantwortung und der aktiven Jugendarbeit muss sich der Betriebsrat der Robert Schröder GmbH & Co. KG keine Sorgen um den Nachwuchs machen. Für kleinere und mittlere Unternehmen ist das keine Selbstverständlichkeit.

 

 

 

 
 



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"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG


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