"besser statt billiger"



Eine erfolgreiche Modernisierungskampagne für gute und faire Arbeit
 

Die IG Metall Nordrhein-Westfalen hat die Modernisierungsoffensive „besser statt billiger“ im November 2004 gestartet. Anlass war der wachsende Druck von Arbeitgebern, deren Verbänden und aus Teilen der Politik, Tarifverträge zu unterlaufen und Arbeit immer billiger zu machen. Dazu zählte auch die permanente Drohung die Produktion ins „billigere" Ausland zu verlagern.

Es ging darum, als Beschäftigte, Betriebsräte und IG Metall nicht mit dem Rücken an der Wand stehen zu bleiben. Denn eines war klar: Es waren gerade die Unternehmen, die sich kaum um neue Märkte, neuen Kundennutzen, neue Produkte und gesteigerte Qualität kümmerten, die per Lohndumping, Tarifabweichungen und durch den Abbau von Arbeitnehmerrechten ihren Wettbewerbsvorteil suchten.

Mit der offensiven Anforderung an Strategien für ein "besser statt billiger“, mit gut organisierten Belegschaften und der betrieblichen „Tarif aktiv" Strategie haben wir Versuche von Tarifabweichungen gestoppt und Druck auf Alternativen betrieblicher Innovation organisiert. Nachhaltig wirkende Investitionen in Forschung und Entwicklung, in Qualifizierung, neue Produkte und neue Produktionsprozesse haben wir gegen einen Dumpingwettlauf gestellt, in dem sich schließlich immer einer findet, der es noch billiger versucht.

In den Fällen der Anwendung des Pforzheimer Abkommens, also dem gesamten Verfahren der Bildung betrieblich Tarifkommissionen und der Verhandlung vorübergehender Abweichungen vom Flächentarifvertrag zur dauerhaften Absicherung von Arbeitsplätzen, hat sich „besser statt billiger“ als wichtiges Vertragselement der Ausrichtung eines Betriebes und auf die Rückkehr in den Flächentarifvertrag bewährt. Entsprechende Investitionen und überprüfbare Veränderungskonzepte sind grundlegende Vertragsbestandteile geworden.

Aber auch darüber hinaus nutzen Betriebsräte mit „besser statt billiger“ die Chance eine aktive Rolle einzunehmen, die Beschäftigten in den Aufbau von Druck wie in Konzepte für Verbesserungsprozesse einzubinden. Deren Ideen und Anforderungen werden kurzfristig orientierten Versuchen der Gewinnmaximierung entgegen gestellt, auch wenn es (noch) nicht um Tarifabweichungen geht. Die Strategie „besser statt billiger“ greift in den vielfältigsten Konfliktfällen um Standortperspektiven, Produktionskonzepte, Leiharbeit, Zukunftssicherung oder Krisenintervention.

Was wir in der Praxis machen? Wir arbeiten gemeinsam mit Wissenschaftlern, Beratern, Betriebsräten und Hauptamtlichen an ihren jeweiligen Fragen und Handlungskonzepten. Heraus kommen gut vermittelbare Beispiele erfolgreicher Praxis von Druck und Konzept, Handlungshilfen und Memoranden. In zahlreichen Formen des Austausches stärken sich alle Beteiligten wechselseitig in der Erarbeitung und Umsetzung ihrer jeweils passenden Strategie.

Da Betriebsräte über viel Wissen und Erfahrungen in den unterschiedlichen Themen und Konflikten verfügen haben wir die kollegiale Beratung als Instrument zur eigenen Befähigung für das Handeln von Betriebsräten weiter entwickelt.

„Besser statt billiger“ ist damit auch ganz aktuell ein starker strategischer Ansatz, die krisenbedingten und strukturellen Veränderungen in den Betrieben offensiv für die Durchsetzung guter, fairer und sicherer Arbeit anzugehen.

Weitere Informationen:

Wolfgang Nettelstroth                                                                                                               0221 - 45484 127

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG


Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond und das Land Nordrhein-Westfalen