"Mit Druck und Konzept kommen wir vorwärts!"



 

Ziel des Projekts und der Modernisierungsoffensive sei es, gemeinsam mit Betriebsräten und Belegschaften Konzepte gegen den Dumpingwettlauf von Unternehmensleitungen zu entwickeln und - notfalls im Konflikt - durchzusetzen, sagte Bezirksleiter Wetzel. 800 Arbeitnehmervertreter aus 350 Betrieben haben sich an der Diskussion von "besser"-Strategien beteiligt. In 200 Betrieben sind entsprechende Konzepte realisiert, 400 Millionen Euro investiert und mehrere 10 000 Arbeitsplätze vor Abbau oder Verlagerung gerettet worden.

Minister von Modernisierungsoffensive begeistert

Arbeitsminister Laumann unterstrich, dass deutsche Unternehmen den Lohnwettbewerb mit Billiglohnländern nicht gewinnen könnnten. Deshalb müssten sie "mit immer besserer Qualität punkten". Betriebsräte seien dabei "wichtige Mitgestalter", sagte Laumann. "Das erkennen auch immer mehr Unternehmen."

Landesregierung setzt Potenzialberatung fort

Von der Idee der Modernisierungsoffensive "besser statt billiger" sei er "begeistert". Sie stoße auch außerhalb der IG Metall auf großes Interesse und sei "für andere Branchen geeignet". Er werde sie weiter unterstützen, versprach Laumann. Die ebenfalls vom Land finanzierte Potenzialberatung - eine Hilfestellung für kleine und mittlere Unternehmen zur Standortsicherung - werde fortgesetzt.

Bislang haben knapp 11.000 Firmen diese Förderangebot genutzt. Der Arbeitsplatzzuwachs in diesen Firmen ist überdurchschnittlich gewesen, berichtete der Minister. Verbessert hätten sie sich nicht durch Lohnkürzungen, sonder durch Einführung neuer Kommunikationsstrukturen und neuer Arbeitszeitmodelle.

Deutz AG: Neues Produktionskonzept entwickelt

Werner Scherer, Betriebsratsvorsitzender der Kölner Deutz AG, schilderte, wie die Arbeitnehmervertretung der Motorenfabrik ein komplettes Produktionskonzept als Alternative zu geplanten Werksschließungen und Arbeitsplatzverlagerungen entwickelt hat. Durch Erhöhung der eigenen Fertigungstiefe - Insourcing statt Outsourcing - seien 1.600 Arbeitsplätze gesichert und 330 geschaffen worden. Und statt 170.000 Motoren wie 2005 produziere Deutz in diesem Jahr 280.000 Stück.

Kostal GmbH: 1.200 Verbesserungsideen gesammelt

Erfolgreich waren auch der Betriebsrat und die Belegschaft des Automobilzulieferers Kostal in Lüdenscheid. Dort haben die Beschäftigten innerhalb von vier Wochen in 200 Workshops 1.200 Verbesserungsideen zusammengetragen. Sie sorgten für Einsparungen von 75 Millionen Euro und verhinderten die geplante Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Außerdem sei die Produktivität gesteigert und das Betriebsergebnis verbessert worden, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Rainer Schmolke.

Kontakt:
Inger Korflür
Sustain | Consult GmbH
Tel.: 0231 – 981285 16

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG


Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond und das Land Nordrhein-Westfalen