Kollegiale Beratung: "Betriebliches Vorschlagswesen"



 

Das Vorschlagswesen ist ein viel versprechender Weg, um zu einer betrieblichen Verbesserungskultur unter Beteiligung der gesamten Belegschaft zu kommen. Um so erstaunlicher ist es, dass hier in vielen Unternehmen nur geringe Erfolge zu verzeichnen sind.

Muster-Betriebsvereinbarungen sind seit Jahren verfügbar, reichen aber in der Regel nicht aus, innerbetrieblich alle notwendigen Weichen so zu stellen, dass sich ein großer Teil der Belegschaft fortgesetzt an dem Vorschlagswesen beteiligt. Notwendig ist, so zeigt die Erfahrung, neben einer engagierten Geschäftsleitung ein sauber und transparent definierter Prozess, sowie Freistellungen für Kümmerer, die mit unterschiedlichen Methoden fortgesetzt das System überwachen und vorwärts treiben.

So ist das betriebliche Vorschlagswesen auch ein gut geeignetes Thema für kollegiale Beratungen, da es neben dem Neu-Start oder der Wiederbelebung auch darum geht, einen nachhaltig wirksamen Prozess zu initiieren.

Im Rahmen des Projektes „besser Zukunft" begannen wir mit einer kollegialen Beratung beim mittelständischen Maschinenbauer Kampf GmbH & Co. KG in Wiehl bei Gummersbach. Zu Gast waren neben Inger Korflür und Achim Gehrke vom Projektteam Betriebsräte von Kirchhoff Automotive aus Iserlohn und dem Hersteller von technischen Leuchten Trilux GmbH Co. KG aus Arnsberg. Kirchhoff gilt schon seit Jahren in NRW als Referenzbetrieb, der Betriebsrat von Trilux hat auf einer Tagung des Projektes „Arbeit durch Innovation" bei Kirchhoff wesentliche Teile des dortigen Konzeptes adaptiert und so das eigene Vorschlagswesen wiederbelebt.

Nachdem nun der Betriebsrat von Kampf die aktuelle Situation geschildert hatte, wurden zunächst einmal Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Vorschlagswesen gesammelt, um dann nachfolgend erste Maßnahmen für einen Neustart bei Kampf zu diskutieren. Abschließend stellten die beteiligten Betriebsräte fest, dass:

  • die Methode der kollegialen Beratung für Sie funktioniert und sie es als sehr produktiv empfinden, in kleinem vertrauten Kreis zu diskutieren.
  • dass sie sich weitere Treffen in diesem Rahmen wünschen
  • es immer, wie bei Kampf, eine Betriebsführung geben soll
  • dass das nächste Treffen bei Kirchhoff zu dem thematischen Schwerpunkt „Wie mache ich das Vorschlagswesen im Betrieb sichtbar?" stattfinden soll.
  • es möglich sein soll, Managementvertreter mitzubringen, um sie vom Potenzial des Vorschlagswesens zu überzeugen
  • weitere Betriebsräte als Teilnehmer willkommen sind

Wie gewünscht folgte als nächstes die kollegiale Beratung bei Kirchhoff Automotive. Der Teilnehmerkreis bestand aus Betriebsräten des ersten Treffens, zusätzlich nahmen die Betriebsratsvorsitzenden der Windhoff GmbH & CO. KG, der Stromag AG sowie der Konstruktionsleiter der Firma Kampf teil. Neben dem schon genannten Thema der innerbetrieblichen Öffentlichkeitsarbeit wurde auch der Stand der Dinge bei der Firma Kampf abgefragt. Im Anschluß wurde die von „besser Zukunft" vorgeschlagene Methode in Zukunft jeweils mehrere kleine kollegiale Beratungen durchzuführen, positiv bewertet.

Die bisherigen wechselseitigen Treffen mit Betriebsbesichtigung sollen fortgeführt werden und das nächste Mal im Januar bei Trilux in Arnsberg stattfinden. Neben dem Gastgeber und seinem Fall werden auch jeweils die Statusberichte der anderen Teilnehmer abgefragt und dann jeweils von den anderen Betriebsräten diskutiert. So soll neben den schon bekannten Vorteilen der kollegialen Beratung auch eine nachhaltige Prozessbegleitung erreicht werden.

Weitere Betriebsräte sind als Teilnehmer erwünscht, ebenso wie es bei diesem Thema nach wie vor möglich sein soll, Vertreter des Managements mitzubringen.

Achim Gehrke

 

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
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 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln


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