Mit besser- Strategien – GUTE ARBEIT im Betrieb erreichen!



„Psychische Belastungen und Gefährdungsbeurteilung“ – Werkstatt mit Beratern und Betriebsräten
 

Für den präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb ist eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung dringend erforderlich. Eine gute Gefährdungsbeurteilung muss auf jeden Fall auch die abeitsbedingten psychischen Belastungen mit in den Blick nehmen .Und sie muss Maßnahmen daraus ableiten wie die physischen und psychischen Belastungen abgebaut werden können.

Im Werkstattgespräches konnte festgestellt werden: Es gibt gesetzliche Grundlagen und ein vielfältiges Angebot an Unterstützung und Hilfen für den Umgang mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz – Aber: Die konkrete Anwendung und Umsetzung in nordrhein-westfälischen Betrieben der Metall – und Elektroindustrie ist eher schleppend.

Obwohl in der gesellschaftlichen Diskussion Depressionen, Stress und Burn out am Arbeitsplatz eine zunehmende Rolle spielen und wahrgenommen werden, sieht es in der betrieblichen Welt noch anders aus.

Teilweise werden ganzheitliche Gefährdungsbeurteilungen von den Arbeitgebern blockiert. Sie sehen die Hauptursache von psychischen Erkrankungen im privaten Bereich verortet. Weitere Stolpersteine der Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen inkl. der psychischen Belastungen sind auch: Psychische Belastungen lassen sich nicht einfach messen oder auch die Angst vor dem Umgang mit psychisch belasteten Beschäftigen.

Die psychische Gesundheit in den Betrieben ist stark gefährdet

Der Veränderungsdruck, neue Personalkonzepte wie Leiharbeit und Befristungen, lange Arbeitszeiten machen krank. Nicht zuletzt sind neue Produktionskonzepte, die Elemente der Selbststeuerung und regulierung enthalten, Ursache psychischer Fehlbelastungen und Erkrankungen. Die starke Renditeorientierung drückt auch auf das Betriebsklima. Führungskräfte geben den Druck weiter und üben Macht aus statt Wert schätzen und zu beteiligen.

Betriebsräte berichteten von kleinen Schritten und Maßnahmen, wie sie starken Belastungen entgegengewirken und den Kolleginnen und Kollegen in einzelnen Abteilungen geholfen haben – mit gesundem Menschenverstand: Bessere Pausen- und Vertretungsregelungen für Kollegen haben zum Beispiel die Belastungen reduziert.

Die Durchsetzung von umfassen Gefährdungsanalysen – so die Erfahrungen der Berater/innen – ist für Betriebsräte oft schwierig und landet in vielen Fällen vor der Einigungsstelle. Und auch wenn die Durchsetzung erkämpft worden ist, fehlt es nachher an der Akzeptanz der Beurteilungsergebnisse und der daraus abgeleiteten erforderlichen Maßnehmen zur Verbesserung der Arbeitsgestaltung.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass in den Unternehmen kaum noch Know-how im Bereich der besseren Arbeitsgestaltung vorhanden ist. Die Komplexität, Flexibilität und Variantenvielfalt von Arbeitsgestaltung hat zugenommen und erfordert zunehmend übergreifende Fachkompetenz, die oft in Unternehmen nicht mehr vorhanden ist und von extern zugekauft werden muss.

Aber, es gibt auch gute Beispiele, aus ihnen gilt es Honig zu saugen.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass Berater/innen und Betriebsräte untereinander und voneinander lernen können und der Austausch weiter geführt werden soll. Im Kern geht es darum Betriebsräte zu ermutigen und zu stärken das Thema im Betrieb anzupacken und dabei die Belegschaft zu aktivieren und zu beteiligen. Sie sind gefordert eigene Leitbilder zu entwickeln und den Prozess zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu organisieren. Nur mit Beteiligung der Belegschaft kann der Weg zu Guter Arbeit ein Erfolg werden.

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln


Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond und das Land Nordrhein-Westfalen