Dialogveranstaltungen "Produktion in China"



 

Die beiden Dialogveranstaltungen zum Thema „Produktion in China“ im Jahr 2007 knüpften an die Ergebnisse des Vertiefungsworkshops an, der im August 2006 die „Außenorientierung von Unternehmen“ am Beispiel China zum Thema hatte. Ging es dort um den Produktionsstandort China und die Wirtschaftsbeziehungen, so wurden in den beiden folgenden Dialogveranstaltungen die aktuellen und erwartbaren Geschäftsbeziehungen von Metallbetrieben in NRW zu ihren Kunden, Kooperationspartnern und Konkurrenten und Lieferanten in China untersucht. Ein besonderes Gewicht wurde einerseits den betrieblichen Handlungsmöglichkeiten zum Erhalt und zur Stärkung ihrer Marktfähigkeiten und damit dem Beschäftigungspotenzial sowie andererseits den Beteiligungsstrategien der Betriebsräte beigemessen.

Die Dialogveranstaltung „Handlungsoptionen angesichts des globalisierten Wettbewerbs am Beispiel China - Anforderungen an betriebliche Interessenvertretung“ vom 31.01.-02.02.2007 fand mit 19 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus 14 Unternehmen in Wuppertal statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Branche des Maschinen- und Anlagenbaus. Dr. Ing. Kreimeier, Lehrstuhl für Produktionssysteme an der Ruhruniversität Bochum, erläuterte in seinem Vortrag am Beispiel des Maschinenbaus die wichtigsten Erfolgsfaktoren, die im Vergleich mit China für den Produktionsstandort Deutschland sprechen.

Am Beispiel des Bergbauzulieferers  Fa. Bucyrus DBT Wuppertal GmbH, die in China mit einem Standort vertreten ist, wurden die Kriterien für Standortentscheidungen diskutiert. Dr. Dirk Vorsteher, Geschäftführer der DBT und Peter Mosbach, Werksleiter der DBT Wuppertal erläuterten im Rahmen der dort stattgefundenen Betriebsbesichtigung die Unternehmensstrategie und die Entscheidungsfaktoren für die Produktion von Schlüsselteilen in China. Anette Krell, Betriebsratsvorsitzende der DBT Wuppertal berichtete über die Informationspolitik des Unternehmens gegenüber dem Betriebsrat und erläuterte  aus der Sicht des Betriebsrates die notwendigen betrieblichen Vereinbarungen zum Thema: Personaleinsatzplanung in China, Qualifizierung für den Außeneinsatz, soziale Absicherung im Falle des Arbeitseinsatzes im Ausland.

In der Tagung wurden vor dem Hintergrund dieser Beiträge und Diskussionen Kriterien für Schlüsselteile entwickelt, welche für Standortentscheidungen entscheidend sind. Diese wurden auf Teilelisten eines Anlagenbauers mit Wachstumsmarkt in China angewendet und darauf aufbauend wurden Arbeitsvolumenbilanzen für die Maschinenbaubranche und ihre Zulieferer in Europa diskutiert. Verglichen wurde der heutige Zustand mit den folgenden betrieblichen Grundstrategien:

  • Lokale Zulieferung für den Zielmarkt China (beispielsweise die Förderrutschen)
  • Zweitmarke im Zielland China
  • Verlagerung der gesamten Fertigung nach China   

Ein Zwischenergebnis der Debatte war dabei, dass die Arbeitsplätze beim Maschinenbauunternehmen selbst deutlich sicherer sind als bei den Zulieferern. 

Die Dialogveranstaltung vom 13.06.-15.06.2008, fand mit 11 Betriebsräten aus 9 Unternehmen in Siegen statt. Sie hatte thematisch die Automobilzuliefererbranche als Referenzpunkt. Im Mittelpunkt der inhaltlichen Debatte stand ein Vortrag zum Thema „Standortsicherung durch globalisierungsgerechte Produkt- und Produktionsstufengestaltung“ von Prof. Dr. Ing. habil Peter Nyhuis, Institut für Fabrikanlagen und Logistik, Universität Hannover. Dieses Modell wurde verknüpft mit der Entwicklung von  Strategien zum Schutz betrieblichen Know-hows und den Möglichkeiten einer erfolgreichen Betriebsratsstrategie. In die Veranstaltung integriert war eine Betriebsbesichtung bei dem Autozulieferer Federal Mogul Herdorf GmbH, denn der Konzern unterhält einen Produktionsstandort in China, der erhebliche technische Unterstützung aus Deutschland benötigt. Außerdem bezieht das Unternehmen einfache Werkzeuge aus der Sonderwirtschaftszone Shenzen. Auch damit gibt es je-doch technische Probleme. Das Unternehmen hat darüber hinaus mit langen Lieferzeiten zu kämpfen, was sich wiederum auf die Wettbewerbsfähigkeit am deutschen Standort auswirkt. Diese Themen und die negativen Auswirkungen des Know-how Transfers waren Gegenstand der Diskussion mit dem Geschäftsführer Claus Schmitt und dem örtlichen Betriebsrat. Dieses betriebliche Beispiel  und das Produktionsstu-fenkonzept wurden in der Tagung miteinander verknüpft und weiterhin genutzt für die Entwicklung von Checklisten für Betriebsräte zur Beurteilung von Standortent-scheidungen und Gestaltungsmöglichkeiten für Betriebsräte im Rahmen der Handlungshilfe „Standorte fair vergleichen“.

Die  Ergebnisse der Tagungen wurden in einem Reader „China – Konkurrent und Absatzchance für Metallbetriebe in NRW“ zusammenfassend dargestellt, der als Handlungshilfe genutzt werden kann.

 

 

 

 

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond und das Land Nordrhein-Westfalen