Externe Beratung – „Braucht ihr denn so etwas?“



Nachlese zum Werkstattgespräch vom 11.11.2009
 

Betriebsräte werden von ihrer Verwaltungsstelle betreut. Sie ist es, von der sie unterstützt werden, wenn guter Rat gefragt ist.

Klar, Betriebsräte können intern den Rat sachkundiger Auskunftspersonen (§80 (2) BetrVG) in Anspruch nehmen. Auch der Arbeitgeber und „seine“ Berater werden den einen oder anderen Rat geben wollen, aber: Deren Ziele sind meist konträr! Deshalb sind für besondere Probleme oft eigene „externe Sachverständige“ gefragt.

Im Werkstattgespräch in Sprockhövel wurde schnell klar: Um guten Rat zu erhalten, ist Einiges zu beachten. Auslöser und Themen der Beratungsprozesse, von denen die teilnehmenden Betriebsräte berichteten, waren vielfältig: Juristische, EDV-, organisations-, arbeitszeit-, und gesundheitsbezogene Themen ebenso wie wirtschaftliche und tarifliche Fragen. Die Kostentragungspflicht liegt beim Unternehmen, wenn die Voraussetzungen z.B. nach §§ 80 (3) oder 111 BetrVG vorliegen.

Anhand der Schritte eines Beratungsprozesses stellten die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen vor. Dabei haben sie ihre Anforderungen an „externe Beratung“ klar gemacht. Ein Erfolgsfaktor ist das abgestimmte Zusammenspiel von Betriebsrat, Verwaltungsstelle / IG Metall und Beratungs-Partner, die von der ERA-Einführung bekannte Dreiecks-Konstellation. Zentrale Bedeutung hat die Frage des Vertrauens zur gewählten Beratungseinrichtung. Je nach Thema und Situation sind manchmal auch schnelle Problemlösungen wichtig. Immer ist die Frage zu stellen: Wie geht es nach der Beratung im Betrieb weiter, was folgt daraus? Eine Diskussion entstand zu den berühmten „win-win“ Lösungen (beide Verhandlungspartner gewinnen): Wann geht das, wann gehen „Lösungen“ zu Lasten der Belegschaft?

In moderierten Arbeitsgruppen haben die Betriebsräte herausgearbeitet, was zu einer „guten“ Beratung beiträgt, und welche Stolpersteine auftauchen können, und die Anforderungen von Betriebsrat und Beschäftigten formuliert.

Als Ergebnis des Werkstattgesprächs und weiterer Arbeiten im Projekt wird eine Handlungshilfe zum Thema „Externe Beratung“ erstellt. Sie wird Hinweise geben für einen erfolgreichen Beratungsprozess aus Sicht des Betriebsrates.

Weiter Informationen zum Werkstattgespräch erhaltet ihr bei:

Viktor Steinberger, 0211 / 17 93 10 – 13

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


"Wir wollen beweisen, dass wir besser sein können, wenn man uns lässt."
Andreas Wendland, Flender AG

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum


Mit finanzieller Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond und das Land Nordrhein-Westfalen