Betriebsräte-Erfahrungsaustausch zum Arbeitsfeld „Psychische Belastungen“



Werkstattgespräch mit Betriebsräten aus fünf Unternehmen vom 12.04.2011
 

Der Erfahrungsaustausch zeigt, dass psychische Belastungen in den Unternehmen zunehmen. Erste Anzeichen im Unternehmen können sein der längere Ausfall von einzelnen Mitarbeitern, der Anstieg der Langzeiterkrankungen, der Anstieg von mehrfachen Kurzzeiterkrankungen oder gar Klagen von Beschäftigten über zunehmende Arbeitsbelastungen.

Betriebsräte stehen vor der Frage, wie sie mit dem Thema im Unternehmen aber auch den Beschäftigten, die sich an den Betriebsrat wenden, umgehen sollen. Natürlich gibt es die eindeutige Verpflichtung für den Arbeitgeber, nicht nur Arbeitsunfällen und anderen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen, sondern auch die Arbeit menschengerecht zu gestalten. Dazu gehört auch, sich den psychischen Belastungen in der Arbeitswelt zu stellen. In der betrieblichen Wirklichkeit ist der Umgang mit psychischen Belastungen aber noch nicht weit fortgeschritten.

Welche Möglichkeiten haben Betriebsräte also psychische Belastungen im Unternehmen anzugehen. Der Austausch mit den Betriebsräten hat dazu beigetragen, erste Ideen für mögliche Vorgehensweisen kennen zu lernen. Hier einige davon:

  • Durchführung von Befragungen, um das Thema im Unternehmen erst einmal aufzudecken.
  • Psychische Belastungen zum Thema einer Betriebsversammlung machen, um das Thema zu enttabuisieren. 
  • Gründung eines Arbeitskreises für psychische Belastungen unter Beteiligung des arbeitsmedizinischen Dienstes, der Betriebsarztes, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Krankenkasse.
  • Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung, in der auch die psychischen Belastungen aufgenommen werden. 

Der Betriebsrat hat Kontakt zu Beratungsstellen und zum arbeitsmedizinischen Dienst (Arbeitsmedizinern, Arbeitspsychologen) aufgebaut und somit ein Netzwerk von Beratern aufgebaut, um die Fälle gemeinsam anzugehen.

Im Ergebnis haben die Betriebsräte sich gegenseitig Hinweise für ein mögliches Vorgehen gegeben und Anregungen zum Umgang mit dem Thema erhalten. In zwei kollegialen Beratungen haben sich die Betriebsräte gegenseitig ganz konkret bei der Problemlösung in den Betrieben unterstützt.

Die Betriebsräte haben beschlossen, erstens miteinander im Kontakt zu bleiben und zweitens sich nach der Sommerpause zu einem weiteren Erfahrungsaustausch mit kollegialen Beratungen zu treffen.

Mehr Informationen erhaltet ihr bei:

Birgit Timmer 0231 / 98 12 85 12
Thomas Gebauer 0231 / 98 12 85 15

 
 



 • Handlungshilfe "Produktionssysteme mit Alternativen"
 • Präsentation "Burn out – früh löschen"
 • Betriebsräte Beteiligungscheck - Gemeinsam mehr erreichen
 • Handlungshilfe "Finanzinvestoren entzaubern"
 • Unternehmensberatung von KMU aus gewerkschaftlicher Sicht
 • Erfahrungsaustausch in der Schalterindustrie
 • Standards einer "besser - Beratung"


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Andreas Wendland, Flender AG

"Für uns sind zwei Dinge entscheidend gewesen: Als Bergbauzulieferer auch auf neue Märkte zu kommen und einen permanenten Verbesserungsprozess in Gang zu halten"
Heinrich Denniger, Eickhoff Bochum

"Ein Stopp-Signal des Betriebsrates ist die Basis für unseren heutigen Erfolg. Wir haben nach anderen Lösungen gesucht als Arbeitszeitverlängerungen"
Werner Scherer, Deutz AG in Köln


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